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Verein zur Rettung der Badlwandgalerie
Johann-Fellinger-Strasse- 2 
8120 Peggau
Österreich / Steiermark

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    Die Geschichte der Badlwandgalerie

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Die Geschichte der Badlwand-Galerie ist als Bahnkunstbauwerk aus den Anfängen der Erschliessung Österreichs durch die Eisenbahn naturgemäss eng verbunden mit der Geschichte der österreichischen Eisenbahnen überhaupt.

Standen die Erbauung der Pferdeeisenbahn von Linz nach Budweis, 1825, und die Eröffnung der ältesten Dampfeisenbahn Österreichs 1837, die ausschliesslich private Kaiser-Ferdinand-Nordbahn, zunächst im Mittelpunkt des Interesses, gewann der Ausbau der Verbindung Wien-Triest immer mehr an Bedeutung.

Nachdem die Privatbahnen in immer grössere finanzielle Schwierigkeiten gerieten, der Ausbau der Eisenbahnverbindungen aber als für den österreichischen Staat eminent wichtig gehalten wurde, erklärte die Staatsverwaltung am 19. Dezember 1841
die Hauptverkehrslinien zu Staatsbahnen und setzte damit einen wichtigen Schritt in Richtung weiterer Ausbau, wobei der Errichtung der k.u. k. südliche Staatsbahn absoluter Vorrang eingeräumt wurde.

Über die Trassenführung allerdings bestand schon lange vor der kaiserlichen Entschliessung vom 19. Dez. 1841 gewaltige Uneinigkeit.

Nicht nur die vielseitigen Interessen der einzelnen Länder wurden in die Waagschale geworfen, sondern auch die Möglichkeit der Durchführung spielte eine riesige Rolle, galt es doch das schier unüberwindliche Hindernis der Alpen zu überqueren. Zwar hatte 
sich die Steiermark schon vor 1841 dafür eingesetzt, dass die Schienenverbindung Wien-Triest durch ihr Land geführt werden sollte, aber andererseits legte Ungarn grossen Wert darauf, soweit es ginge, die Linie durch ihr Land zu führen. Für diese Linienführung sprach vor allem der Umstand, dass damit die Überschienung des Semmerings in Wegfall gekommen wäre und damit ein wesentliches Hindernis nicht bestanden hätte.

Man kann sich vorstellen, wie viele Argumente, Gegenargumente, Urteile und Vorurteile bei diesem Kampf um die Trassenführung eingesetzt wurden.

Dass es schliesslich zum Bau der Südbahn durch die Steiermark kam, ist letztlich Erzherzog Johann zu verdanken, der die Trassenführung durch die Steiermark vehement vertrat und mit allen Mitteln zu fördern trachtete.

Schon vor 1840 waren bemerkenswerte Vorarbeiten in der Steiermark getroffen worden.  Nicht nur dass Erzherzog Johann bereits einen treuen Mitarbeiter in den technischen Vorstand der  k. k. priv. Wien – Raaber Eisenbahn entsandt hatte, die in den Jahren 1839 bis 1842 eine Verbindung Wien-Gloggnitz herstellte, die am 5. Mai 1842 durchgehend befahrbar war, sondern sich auch selbst mit jeder Einzelheit des grossen Projektes vertraut machte, um mit seinem Einfluss die Interessen der Steiermark zu fördern.
Auch hatte er erkannt, dass die Privatbahn nicht die Mittel haben würde,  das Projekt weiter fortzuführen.

Durch eine Pionierabteilung liess er genaue Trassenstudien von Gloggnitz bis Triest durchführen. Im Jahr 1839 hielt er einen Vortrag im Innerösterreichischen Industrieverein, der der Südbahn den Beinamen "Erzherzog Johann Bahn" einbrachte.
Die Übersetzung des Semmering hielt Erzherzog Johann damals nur durch eine Pferdebahn für möglich.  Seiner Meinung nach wäre die Strecke vom Tauernwirt auf der Höhe des Semmering bis Mürzzuschlag noch für verbesserte Lokomotiven befahrbar und dadurch würde die Länge der Pferdebahn bedeutend verkürzt werden.  Für die Pferdebahn sollte die im Bau begriffene neue Strasse eingerichtet werden. Dem Tal der Mürz folgend wäre dann die Trasse für den Lokomotivbetrieb tauglich, sollte über Brücken und Tunnels im Westen von Graz über Kalsdorf dahin ziehen,
 auf welcher Strecke nur eine grössere Brücke notwendig wäre. Durch das Drautal,  in dem die Bahn auf neun Brücken von einem zum anderen wechseln sollte, über die Wasserscheide sollte die Bahn durch einen Tunnel oder einen Einschnitt geführt werden und durch das Tal der Vogleina bis Cilli gelangen und dann, am linken Ufer der Sann über Tüffer bis zur Einmündung des Flusses in die Save über eine gemauerte Brücke nach Krain führen.
Der Moorgrund bei Laibach sollten in Dämmen übersetzt werden. Über das Karstgebirge sollte abermals eine Pferdebahn helfen, usw. usw.

Man erkennt, wie intensiv diese Studien bereits vorangetrieben und ausgearbeitet waren.

Aber nicht nur Erzherzog Johann setzte sich für den Bau der Bahn durch die Steiermark ein.

Um die Führung der Bahn durch die Steiermark zu sichern,
hatten die Stände die Kosten für die Grundeinlösungen übernommen und ohne die Entscheidung abzuwarten,
in welcher Art die Bahn über den Semmering geführt werden sollte, wurde mit dem Bau begonnen, nachdem im August 1842 die Genehmigung der Strecke Mürzzuschlag, Kindberg, Bruck a.d.M., Frohnleiten und Graz erfolgt war.

Man kann sich heute vermutlich kaum vorstellen, mit welchem Eifer, den diese Epoche des österreichischen Eisenbahnbaus auszeichnete, mit den Arbeiten begonnen wurde.

Noch im selben Jahr wurde der Unterbau auf der Strecke Mürz-zuschlag-Bruck vollendet.Mit dem Teilstück von Bruck an der Mur bis Graz wurde im März 1843 begonnen.

Die Trasse führt von Mürzzuschlag, dem Tal der Mürz folgend,
 über Langenwang, Krieglach, Kindberg, Marein, Kapfenberg bis Bruck. Von hier, ein Knie bildend, im Tal der Mur in südlicher Richtung über Pernegg, Mixnitz, Frohnleiten, Peggau, Stübing, Judendorf nach Graz.

Nicht weniger als 103 Strassenübergänge, 195 Durchlässe und eine Brücke über den Thörlbach und eine über die Mur bei Peggau, sowie neun Brücken über die Mürz,  eine Brücke bei Kapfenberg und ein Viadukt bei Stübing waren auszuführen. Vor Peggau wurde das schwierigste Bauobjekt der ganzen Strecke ausgeführt.

Die Felsen der Badlwand, die unmittelbar bis an das Ufer der Mur reichten, mussten abgesprengt werden, um für eine 367 m lange Überwölbung Raum zu schaffen.

Über das ganze, aus Quadern gefügte 6,5 m hohe und 7,3 m weite Gewölbe, dessen äussere Seite eine Arkade von 35 halbkreisförmig gewölbten Bogen bildete, wurde die neue Strasse geführt.
 Beide Enden der Galerie werden von Portalbauten abgeschlossen.

Das Bauwerk ist auf gewachsenem Fels fundiert, der Unterbau wurde aus Naturstein hergestellt. Die tragende Widerlagsmauer an der Felswand und die Arkaden bestehen aus sorgfältig behauenem Quadermauerwerk. Die Gewölbe sind aus Ziegeln gemauert und die
Schauseiten des Viaduktes sind mit Quadern verkleidet.

Zwischen Bahnportal und Felswand führt jeweils eine Auffahrtsrampe auf das oben liegende Strassenniveau der damaligen Reichsstrasse.

Die genaue Positionierung der Galerie ist zwischen Bahnkilometer 188,8 und 189,2.

Planung und Bauleitung aller Hoch- und Tiefbauten wurden unmittelbar von der
k. k. "Generaldirektion für die Staatseisenbahnen" durchgeführt.
Die Hochbauten standen unter der Leitung des Oberingenieurs Moriz Löhr, während die Streckenbaulautung mit den schwierigen Kunstbauten der k. k. Ober-Ingenieur Fillinger leitete,
der auch für die Baupläne verantwortlich zeichnete.

An der gesamten Strecke waren täglich bis zu 14.000 Arbeiter und Professionisten tätig, eine für heutige Verhältnisse fast unvorstellbare Zahl.

Die Bahnlinie wurde an diesem Streckenabschnitt eingleisig geführt und erhielt erst 1940 ein zweites, vor der Badlwandgalerie liegendes, Gleis.

Nach einer relativ kurzen Bauzeit war die gesamte Strecke
von Mürzzuschlag nach Graz schon im Mai 1844 fertig.

Am 12. September gelangte eine, von der Wiener-Neustädter Maschinenfabrik von Prevenhuber, Günther & Co. erbaute Lokomotive nach Mürzzuschlag.

Am 16. September begann man mit den Probefahrten zwischen Mürzzuschlag und Bruck.

Die zweite Teilstrecke von Bruck nach Graz wurde
am 3. Oktober das erste Mal mit einer zweiten Lokomotive in Anwesenheit des damaligen Landeschefs Graf Wickenburg zum erstenmal durchgehend befahren.

Bei den Probefahrten wurden Geschwindigkeiten von 35 – 40 km/h erzielt. Die feierliche Eröffnung der gesamten Strecke erfolgte am 21. Oktober 1844.

Als Stellvertreter des Kaisers war Erzherzog Johann,
neben einer Vielzahl anderer hochgestellter Persönlichkeiten, anwesend.

In 3 Stunden 21 Minuten, den Aufenthalt in den festlich geschmückten Zwischenstationen mit eingerechnet, durchfuhr der erste Personenzug auf steirischem Boden die Strecke von Mürzzuschlag bis Graz, wo durch den Fürstbischof von Seckau die Einsegnung der den Eröffnungszug führenden Lokomotive
mit dem Namen "Graetz" und des Bahnhofes stattfand. Damit wurde ein wesentliches Kapitel österreichischer Eisenbahngeschichte geschrieben.
Die hervorragende Leistung österreichischer Ingenieure,
Professionisten und Arbeiter fand in ganz Europa Anerkennung.
Die Erfahrungen, die beim Bau gemacht wurden, wurden später bei vielen in- und ausländischen Projekten eingebracht.
Auch beim Bau der Semmeringbahn, der erst einige Jahre später erfolgte, konnten die Erfahrungen aus dem Bau der Südtrasse mit
der Badlwandgalerie eingesetzt und verarbeitet werden.

 


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